Feiner handgemachter Saalkarneval

Eine volle Hütte im Saal des Winzervereins und knisternde und erwartungsfrohe Spannung:
Die KG Rievkooche Bad Bodendorf bot über vier Stunden lang feinen handgemachten Saalkarneval, der meist von eigenen Kräften dargeboten wurde. Es war übrigens die sechste Auflage der Karnevalssitzung der Bad Bodendorfer KG. Es schimmert immer noch etwas von der Tradition durch, als im einstigen Kurort die Originale in die Bütt gingen. Auch in diesem Jahr tobte der Saal sozusagen den karnevalistischen Ausnahmezustand.

Kölsche Lieder präsentierte der Männergesangsverein unter der Leitung von Bardo Becker, musikalisch verstärkt von Heinz-Gerd Gilles, Bernhard Knorr und Michael Roos.

Kam das Liedgut der Sänger, die ja als Chorgemeinschaft mit Cäcilia Sinzig auftraten, überwiegend aus Köln, so lieferte der Gaststar des Abends Liedgut aus Mainz. Die ehemalige stellvertretende Ministerpräsidentin Eveline Lemke hatte eine kleine Wette verloren und stimmte „Heile, heile Gänschen“ an. Eine zauberhafte Vorstellung lieferte die kleinste der Bad Bodendorfer Tanzgruppen ab. Die Blue Berrys kamen als vielbeiniger chinesischer Drache samt riesigem Pappmaschee-Kopf in den Saal. In Kimonos und mit Papierschirmchen und Fächern bot der tänzerische Nachwuchs ein farbenprächtiges Bild.

„Es ist immer wieder ganz jeck, was hier auf die Bühne gebracht wird“, lobte zu Recht Moderator Jürgen Werf, der die Sitzungsleitung bereits zum sechsten Mal innehatte.

Der Vorstand der KG nahm sich in sehenswerter Weise dem gesellschaftlich-rheinischen Problem der Ultra-Fans des 1. FC Köln an. Die zogen grölend – und die Kollegen aus Leverkusen schmähend – auf die Bühne. Birgit Odenwald-Hanenberg versuchte es mit sanfter Therapie.

Doch wie grölten die teiltherapierten Fußballfans beim Auszug aus dem Saal so schön: „Keine Gewalt – sonst hauen wir euch aufs Maul“. Die Bad Bodendorfer Möhnen interpretierten Peter Maffay „Es war Sommer“ etwas anders.

Christa Bell und Annika Münch, im wahren Leben Mutter und Tochter, präsentierten einen erschreckend komischen Telefon-Sketch. Das Sinziger Prinzenpaar Prinz Jörg I. und Sentiaca Margarete I. inklusive Gefolge hatte sich als hoher Besuch samt Stadtsoldaten angesagt. Einen furiosen Auftritt legte auch die 25 Mann starke Blaskapelle „Spass on Brass“ aus Eschweiler hin.

Als karnevalistischer Import glänzte Andi Marquardt als Funkenmariechen. Natürlich gab es die Eigenproduktion der vier „buff-ta-tas“ mit Birgit Odenwald-Hanenberg, Karl Hanenberg, Burkhard Odenwald sowie Dominik Löbens am Piano.

Bei der Kappensitzung 4.0 wurde eine ganze Karnevalssitzung im Fünf-Minuten-Schnelldurchlauf durchgezogen.

Den sehenswerten Abschluss bildete die Tanzgruppe „Blue Velvet“, deren 18 Tänzerinnen für ihre flotte Darbietung „Hoch die Hände Wochenende“, einen musikalischen Ausflug in die neunziger Jahre machten.

Danach wurde im Saal ganz flott umgebaut: Denn nach der Rievkooche-Sitzung ist vor der Rievkooche-Party, und die dauerte in Bad Bodendorf bis in die frühen Morgenstunden.

-BL-

Quelle: Blick-aktuell

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