Der neue Wilhelmshof

Imposant steht er auf der freien Fläche neben dem Sinziger Mineralbrunnen, der neu erbaute Wilhelmshof von Familie Orth. Weithin sichtbar von der Bundesstraße aus gelangt man zwischen TÜV und Sinziger Brunnen dorthin, fährt bis zum Ende der Bodendorfer Straße, um dann links abzubiegen. Den Weg zum Parkplatz weist eine herrlich vielfarbig blühende Blumenwiese, wo sich Kunden gegen einen Obolus gerne bedienen dürfen.

Täglich kommen tausende von Besuchern zu den bunten Blüten und sammeln den süßen Nektar sowie den eiweißreichen Pollen, woraus Honig zum Verkauf gewonnen wird. Fleißig wie die Bienen arbeiten aber auch alle anderen Bewohner des Wilhelmshofs und bauen viele Produkte an, wie Busch- oder Stangenbohnen, Kartoffeln, Salate, Sellerie, Kohlsorten, Paprika, Gurken, Zucchini, Hokkaido- oder Patissonkürbis. Besonders stolz sind Martina und Lea Orth auf die circa 200 angebauten Tomatensorten, die – wie viele andere Sorten auf dem Hof – teilweise aus alten Samen im eigenen Gewächshaus gezüchtet sind. Durch sparsames Gießen bewirken sie ein langsameres Wachstum, wodurch sich wesentlich aromatischere Früchte ausbilden.

Außer den vielen Bienen, der laut Lea Orth einzigen Massentierhaltung, beherbergt der Wilhelmshof Pensionspferde – noch sind hier weitere Gäste willkommen – sowie mehr als 300 Hühner der verschiedensten Rassen. Die ersten acht kamen quasi gleichzeitig mit Lea 2015 auf den Hof, es waren je zwei der Rassen schwarze Bovan, gescheckte Deutsche Sperber, braune Tetra sowie grünlegende Araucana aus Südamerika. Schnell stellen sich die ersten eigenen Zucht- und Bruterfolge ein und man merkt, wie wichtig es ist, alte Rassen zu erhalten. Durch die Mitgliedschaft im Hühnerzuchtverein kann zudem gewährleistet werden, dass man die Tiere regelmäßig impft, wodurch die gesamte Herde einen besseren Schutz erfährt, da unter den für die Hühner auf dem Wilhelmshof optimalen Haltebedingungen alle Tiere sich eines längeren Lebens als üblich erfreuen dürfen. Eine gesunde Ernährung mit Weizen, Gerste und Triticale (Kreuzung aus Weizen und Roggen) schont die Hühner und lässt ihnen mehr Zeit, bei einer Legeleistung von ca. 180 Eiern im Jahr eine gute Kalkschale auszubilden. Auch die Hähne genießen ein unbeschwertes, wenn auch kürzeres Leben in der Freilandhaltung, bevor man sie suppenfertig vorbereitet mit nach Hause nehmen kann.

Schnell wird die Herde größer, so dass der erste selbstgebaute Stall nicht ausreicht, es wird ein ehemaliger Pferdeunterstand zu einem großen mobilen Hühnerstall umfunktioniert. Die nun fast 100 Hühner (heute mehr als 400) bringen Lea und Niklas Orth große Freude. Der Beitritt zu dem 2017 gegründeten Verein SoLaWi Rhein-Ahr (Solidarische Landwirtschaft) beschert einen festen Kundenstamm, mittlerweile zählt man 56 Kontingenthalter (feste Eierkunden bzw. Anteilsbezieher). Pro Anteil hält der Wilhelmshof zwei Hühnerplätze bereit, wobei jeder Kunde dann so viele Eier, wie „seine Hühner“ in der Woche gelegt haben, bekommt.

Natürlich können Eier auch für Laufkundschaft im kleinen Verkaufsstand am Hof abgeholt werden, bevor im nächsten Jahr der große Hofladen und das Café die Türen öffnen werden. Eine gut ausgestattete, lichtdurchflutete Ferienwohnung kann schon jetzt angemietet werden www.wilhelmshof-badbodendorf.de.

Eine gute Gelegenheit, den Wilhelmshof von Wilhelm „Willi“ und Martina, Niklas und Lea Orth nebst Sprössling Paul Wilhelm zu besuchen, bieten die Einsegnung des neuen Hofes und der Erntedankgottesdienst mit Kaplan Thomas Hufschmidt am 13. Oktober (9.30 Uhr) anlässlich des Hoffestes (siehe auch Plakat), musikalisch gestaltet von der Familienband.

tjp

Bildunterschrift:         Lea Orth mit Paul Wilhelm

Quelle: Dorfschelle 3/2019

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