Heilquelle St. Josef Sprudel

– 90 Jahre – Heilquelle St. Josef Sprudel

Im Frühjahr 1930 nahm Josef Hardt genau da, wo er 1900 mit der Erbohrung des „Ahrquells“ die Entwicklung vom Winzerdorf zum Kurort eingeläutet hatte, eine zweite Bohrung, diesmal bis in 80 Meter Tiefe in Angriff und brachte eine sehr ergiebige Quelle von 31 Grad Celsius zu Tage. Es war die Geburtsstunde des „St. Josef Sprudels“, der am 9. Mai 1930 als „gemeinnützig“ staatlich anerkannt wurde, Wohl die wichtigste Voraussetzung auf dem Wege zum Heilbad unseres Dorfes. Die Quelle sprudelte in dieser Fassung 64 Jahre, bis sie, in inzwischen einem sehr maroden Zustand, an die Apollinaris Brunnen AG verkauft wurde, die darauf im Winter 1994/95 die Sanierung des Sprudels durchführte. Hierbei trieb man die Bohrung bis auf 120 Meter in die Tiefe und fasste die Quelle in Edelstahl. Zum Glück trat der Sprudel nach diesem großtechnischen Kraftakt in alter Qualität und Schüttung wieder zu Tage und war damit für alle Zukunft gesichert. In der nachfolgend durchgeführten Vollanalyse durch das Institut Fresenius wurde die Qualität des Heilwassers nach den Begriffsbestimmungen für Kurorte, Erholungsorte und Mineralbrunnen des Deutschen Bäderverbandes und des Deutschen Fremdenverkehrs-verbandes voll bestätigt. Im Rahmen des Vertrages mit Apollinaris bekam die Stadt Sinzig ein notariell verbrieftes Nutzungsrecht von 50 % der Quellschüttung zum Betrieb des Bades. Zur Zeit beträgt die Schüttung 26 Kubikmeter pro Stunde. Den chemischen Namen des Sprudels „Thermaler Natrium- Magnesium- Hydrogencarbonat- Säuerling“ muss man sich nicht unbedingt merken. Wichtig für die Zertifizierung als Heilwasser aber ist der Gehalt an gelösten Mineralstoffen. Mit 1869 mg/l liegt er weit über der Norm und ist nach der neuesten Vollanalyse vom November 2017 noch deutlich angestiegen. Mit 1560 mg/l an gelöstem Kohlenstoffdioxid kann das Wasser als Säuerling bezeichnet werden (Mindestnorm 1000 mg/). Ab einer Temperatur von 20°C gilt ein Heilwasser als Therme, der Sprudel weist 26,5°C auf.

Bei den Heilanzeigen des Sprudels stehen Stoffwechselstörungen im Vordergrund. Es können etwa Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (Diabetes), des Magens und Darmtraktes und auch des Nierensystems durch eine Trinkkur günstig beeinflusst werden. Badekuren in Wannenbädern gehören leider der Geschichte an. Beim Kunst-und Weihnachtsmarkt im alten Kurmittelhaus künden die Überreste der einstigen Badezellen immer wieder von Zeiten eines lebendigen Heilbadbetriebes. Aber eine Anwendung ist geblieben, und sie wird es nun sich auch in Zukunft geben, das Bad in frischem ST. Josef Sprudel im Thermalfreibad. Bekanntlich finden die Wirkstoffe des Heilwassers auch durch die Haut ihren Weg in den Körper und wirken sich dabei durchaus auch wohltuend auf Herz und Kreislauf aus.

Also, St. Josef Sprudel, ein wertvoller Bodenschatz, aus dem man, wenn mal an Förderung des Tourismus in dieser Stadt denkt, wesentlich mehr Kapital schlagen könnte.

Quelle: BK

Bildquellen

  • Trinkbrunnen: Bernhard Knorr
  • Flasche Heilbad: Berhard Knorr

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